News HEV Nidwalden

  • Erwerb von Bauernhäusern in der Landwirtschaftszone

Erwerb von Bauernhäusern in der Landwirtschaftszone

12.09.2007

Der Traum vieler: ein Haus auf dem Lande, ringsherum Natur, die Nachbarn hunderte von Metern entfernt, ein Stall voll eigener Pferde. Kann dieser Traum Realität werden? Was muss beim Kauf einer Liegenschaft in der Landwirtschaftszone beachtet werden?

Bei der Beurteilung dieser Fragen müssen insbesondere zwei Bundesgesetze zu Rate gezogen werden: Das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB), das unter anderem den Kauf von Liegenschaften in der Landwirtschaftszone regelt, und das Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG), das die Nutzung derselben regelt. Aktuell werden mit der kleinen Revision des Raumplanungsgesetzes, welche am 1. September 2007 in Kraft gesetzt wird, unter anderem die Bestimmungen über die Erweiterung einiger bestimmter Wohnbauten sowie diejenigen zur hobbymässigen Tierhaltung gelockert. Die Bewilligungspraxis ist jedoch abhängig vom kantonalen Vollzug.

Erwerb

Grundsätzlich kann nur ein Selbstbewirtschafter Liegenschaften in der Landwirtschaftszone erwerben. Als Selbstbewirtschafter gelten nicht nur Landwirte, sondern jede Person, die das Land selber bewirtschaftet. Somit kann auch ein nicht-bäuerlicher Kaufinteressent ein landwirtschaftliches Grundstück erwerben, wenn er seinen Willen und sein Können zur Selbstbewirtschaftung plausibel darlegen kann.

Es gibt aber auch Ausnahmen vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung. Ein Grundstück in der Landwirtschaftszone kann auch erworben werden, wenn:

  • bei einem Verkauf trotz öffentlicher Ausschreibung zu einem nicht übersetzten Preis kein Angebot eines Selbstbewirtschafters vorliegt oder
  • das betreffende Grundstück vom Geltungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts freigestellt ist (Grundstück kleiner als 2'500 m2 oder vom Bodenrecht freigestellt)

Unter bestimmten Voraussetzungen kann also auch ein Nicht-Landwirt Grundeigentum in der Landwirtschaftszone erwerben.

Steht einem Kauf nichts im Weg, bleibt die Frage der möglichen Nutzungen der Liegenschaft. Grundsätzlich gelten in der Landwirtschaftzone sämtliche Nutzungen von Gebäuden als zonenwidrig, welche nicht im Zusammenhang mit einer landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Bewirtschaftung stehen. Die Gesetzgebung sieht Ausnahmen vor, welche jedoch bewilligungspflichtig sind.

Bauliche Möglichkeiten

Wohnhaus: Das Wohnhaus darf zu Wohnzwecken genutzt werden. Mit der Revision des Raumplanungsgesetzes werden die Bestimmungen über die Erweiterung altrechtlicher Bauten innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens gelockert. Damit wird es insbesondere möglich, den an ein solches Wohnhaus angebauten ehemaligen landwirtschaftlichen Ökonomieteil besser zu nutzen. Zusätzliche Wohnungen sind jedoch nur insoweit zulässig, als die Identität der Baute dadurch nicht wesentlich verändert wird. Bei altrechtlichen Wohnbauten ist auch ein Abbruch und Wiederaufbau möglich. Altrechtlich sind insbesondere Wohnbauten aus der Zeit vor 1972.

Wurde das Wohnhaus 1972 noch landwirtschaftlich genutzt, das heisst, es gehörte noch zu einem Landwirtschaftsbetrieb, sind Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens im selben Umfang wie für altrechtliche Bauten möglich. Ein Abbruch und Wiederaufbau ist jedoch nicht möglich.

Wurde das Wohnhaus nach 1972 erstellt, ist eine Erweiterung nur zulässig, soweit sie für eine zeitgemässe Wohnnutzung unumgänglich ist. Der Einbau einer weiteren Wohneinheit ist somit von vorne herein ausgeschlossen. Auch ein Abbruch und Wiederaufbau ist nicht möglich.

Mit diesen Ausführungen wird klar, dass die Um- und Ausbaumöglichkeiten im Einzelfall geklärt werden müssen. Je mehr bestehender Wohnraum und Gebäudevolumen vorhanden ist, desto einfacher ist die Realisierung von Umbauten.

Pferdestall

Die Umnutzung bestehender Gebäude zur Haltung eigener Pferde oder anderer Tiere ist bis zu einem gewissen Umfang möglich. Künftig können nicht mehr nur ans Wohnhaus angebaute, sondern auch frei stehende ehemalige Ökonomiegebäude von Bewohnerinnen und Bewohnern einer nahe gelegenen Wohnbaute für die hobbymässige Tierhaltung genutzt werden. Die Raumplanungsverordnung (RPV) sowie die Vollzugshilfen und Materialien regeln die Einzelheiten der Voraussetzungen und Grenzen (Übersicht unter: www.are.admin.ch/themen/recht/).

Wegen der komplexen Rechtslage ist zur Abschätzung der Möglichkeiten der Beizug einer Fachperson unbedingt zu empfehlen. Um unnötige Enttäuschungen zu vermeiden, ist es zweckmässig, vor dem Kauf eine Voranfrage bei der Baubewilligungsbehörde betreffend der gewünschten Nutzung zu machen. Damit wird verbindlich festgehalten, was nach dem Kauf realisiert werden könnte.

Myriam Sele, Ing.-Agr. FH, Treuhand und Schätzungen, Schweizerischer Bauernverband, Brugg.

News HEV Schweiz

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Erwerb von Bauernhäusern in der Landwirtschaftszone

12.09.2007

Der Traum vieler: ein Haus auf dem Lande, ringsherum Natur, die Nachbarn hunderte von Metern entfernt, ein Stall voll eigener Pferde. Kann dieser Traum Realität werden? Was muss beim Kauf einer Liegenschaft in der Landwirtschaftszone beachtet werden?

Bei der Beurteilung dieser Fragen müssen insbesondere zwei Bundesgesetze zu Rate gezogen werden: Das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB), das unter anderem den Kauf von Liegenschaften in der Landwirtschaftszone regelt, und das Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG), das die Nutzung derselben regelt. Aktuell werden mit der kleinen Revision des Raumplanungsgesetzes, welche am 1. September 2007 in Kraft gesetzt wird, unter anderem die Bestimmungen über die Erweiterung einiger bestimmter Wohnbauten sowie diejenigen zur hobbymässigen Tierhaltung gelockert. Die Bewilligungspraxis ist jedoch abhängig vom kantonalen Vollzug.

Erwerb

Grundsätzlich kann nur ein Selbstbewirtschafter Liegenschaften in der Landwirtschaftszone erwerben. Als Selbstbewirtschafter gelten nicht nur Landwirte, sondern jede Person, die das Land selber bewirtschaftet. Somit kann auch ein nicht-bäuerlicher Kaufinteressent ein landwirtschaftliches Grundstück erwerben, wenn er seinen Willen und sein Können zur Selbstbewirtschaftung plausibel darlegen kann.

Es gibt aber auch Ausnahmen vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung. Ein Grundstück in der Landwirtschaftszone kann auch erworben werden, wenn:

  • bei einem Verkauf trotz öffentlicher Ausschreibung zu einem nicht übersetzten Preis kein Angebot eines Selbstbewirtschafters vorliegt oder
  • das betreffende Grundstück vom Geltungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts freigestellt ist (Grundstück kleiner als 2'500 m2 oder vom Bodenrecht freigestellt)

Unter bestimmten Voraussetzungen kann also auch ein Nicht-Landwirt Grundeigentum in der Landwirtschaftszone erwerben.

Steht einem Kauf nichts im Weg, bleibt die Frage der möglichen Nutzungen der Liegenschaft. Grundsätzlich gelten in der Landwirtschaftzone sämtliche Nutzungen von Gebäuden als zonenwidrig, welche nicht im Zusammenhang mit einer landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Bewirtschaftung stehen. Die Gesetzgebung sieht Ausnahmen vor, welche jedoch bewilligungspflichtig sind.

Bauliche Möglichkeiten

Wohnhaus: Das Wohnhaus darf zu Wohnzwecken genutzt werden. Mit der Revision des Raumplanungsgesetzes werden die Bestimmungen über die Erweiterung altrechtlicher Bauten innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens gelockert. Damit wird es insbesondere möglich, den an ein solches Wohnhaus angebauten ehemaligen landwirtschaftlichen Ökonomieteil besser zu nutzen. Zusätzliche Wohnungen sind jedoch nur insoweit zulässig, als die Identität der Baute dadurch nicht wesentlich verändert wird. Bei altrechtlichen Wohnbauten ist auch ein Abbruch und Wiederaufbau möglich. Altrechtlich sind insbesondere Wohnbauten aus der Zeit vor 1972.

Wurde das Wohnhaus 1972 noch landwirtschaftlich genutzt, das heisst, es gehörte noch zu einem Landwirtschaftsbetrieb, sind Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens im selben Umfang wie für altrechtliche Bauten möglich. Ein Abbruch und Wiederaufbau ist jedoch nicht möglich.

Wurde das Wohnhaus nach 1972 erstellt, ist eine Erweiterung nur zulässig, soweit sie für eine zeitgemässe Wohnnutzung unumgänglich ist. Der Einbau einer weiteren Wohneinheit ist somit von vorne herein ausgeschlossen. Auch ein Abbruch und Wiederaufbau ist nicht möglich.

Mit diesen Ausführungen wird klar, dass die Um- und Ausbaumöglichkeiten im Einzelfall geklärt werden müssen. Je mehr bestehender Wohnraum und Gebäudevolumen vorhanden ist, desto einfacher ist die Realisierung von Umbauten.

Pferdestall

Die Umnutzung bestehender Gebäude zur Haltung eigener Pferde oder anderer Tiere ist bis zu einem gewissen Umfang möglich. Künftig können nicht mehr nur ans Wohnhaus angebaute, sondern auch frei stehende ehemalige Ökonomiegebäude von Bewohnerinnen und Bewohnern einer nahe gelegenen Wohnbaute für die hobbymässige Tierhaltung genutzt werden. Die Raumplanungsverordnung (RPV) sowie die Vollzugshilfen und Materialien regeln die Einzelheiten der Voraussetzungen und Grenzen (Übersicht unter: www.are.admin.ch/themen/recht/).

Wegen der komplexen Rechtslage ist zur Abschätzung der Möglichkeiten der Beizug einer Fachperson unbedingt zu empfehlen. Um unnötige Enttäuschungen zu vermeiden, ist es zweckmässig, vor dem Kauf eine Voranfrage bei der Baubewilligungsbehörde betreffend der gewünschten Nutzung zu machen. Damit wird verbindlich festgehalten, was nach dem Kauf realisiert werden könnte.

Myriam Sele, Ing.-Agr. FH, Treuhand und Schätzungen, Schweizerischer Bauernverband, Brugg.

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Erwerb von Bauernhäusern in der Landwirtschaftszone

12.09.2007

Der Traum vieler: ein Haus auf dem Lande, ringsherum Natur, die Nachbarn hunderte von Metern entfernt, ein Stall voll eigener Pferde. Kann dieser Traum Realität werden? Was muss beim Kauf einer Liegenschaft in der Landwirtschaftszone beachtet werden?

Bei der Beurteilung dieser Fragen müssen insbesondere zwei Bundesgesetze zu Rate gezogen werden: Das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB), das unter anderem den Kauf von Liegenschaften in der Landwirtschaftszone regelt, und das Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG), das die Nutzung derselben regelt. Aktuell werden mit der kleinen Revision des Raumplanungsgesetzes, welche am 1. September 2007 in Kraft gesetzt wird, unter anderem die Bestimmungen über die Erweiterung einiger bestimmter Wohnbauten sowie diejenigen zur hobbymässigen Tierhaltung gelockert. Die Bewilligungspraxis ist jedoch abhängig vom kantonalen Vollzug.

Erwerb

Grundsätzlich kann nur ein Selbstbewirtschafter Liegenschaften in der Landwirtschaftszone erwerben. Als Selbstbewirtschafter gelten nicht nur Landwirte, sondern jede Person, die das Land selber bewirtschaftet. Somit kann auch ein nicht-bäuerlicher Kaufinteressent ein landwirtschaftliches Grundstück erwerben, wenn er seinen Willen und sein Können zur Selbstbewirtschaftung plausibel darlegen kann.

Es gibt aber auch Ausnahmen vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung. Ein Grundstück in der Landwirtschaftszone kann auch erworben werden, wenn:

  • bei einem Verkauf trotz öffentlicher Ausschreibung zu einem nicht übersetzten Preis kein Angebot eines Selbstbewirtschafters vorliegt oder
  • das betreffende Grundstück vom Geltungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts freigestellt ist (Grundstück kleiner als 2'500 m2 oder vom Bodenrecht freigestellt)

Unter bestimmten Voraussetzungen kann also auch ein Nicht-Landwirt Grundeigentum in der Landwirtschaftszone erwerben.

Steht einem Kauf nichts im Weg, bleibt die Frage der möglichen Nutzungen der Liegenschaft. Grundsätzlich gelten in der Landwirtschaftzone sämtliche Nutzungen von Gebäuden als zonenwidrig, welche nicht im Zusammenhang mit einer landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Bewirtschaftung stehen. Die Gesetzgebung sieht Ausnahmen vor, welche jedoch bewilligungspflichtig sind.

Bauliche Möglichkeiten

Wohnhaus: Das Wohnhaus darf zu Wohnzwecken genutzt werden. Mit der Revision des Raumplanungsgesetzes werden die Bestimmungen über die Erweiterung altrechtlicher Bauten innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens gelockert. Damit wird es insbesondere möglich, den an ein solches Wohnhaus angebauten ehemaligen landwirtschaftlichen Ökonomieteil besser zu nutzen. Zusätzliche Wohnungen sind jedoch nur insoweit zulässig, als die Identität der Baute dadurch nicht wesentlich verändert wird. Bei altrechtlichen Wohnbauten ist auch ein Abbruch und Wiederaufbau möglich. Altrechtlich sind insbesondere Wohnbauten aus der Zeit vor 1972.

Wurde das Wohnhaus 1972 noch landwirtschaftlich genutzt, das heisst, es gehörte noch zu einem Landwirtschaftsbetrieb, sind Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens im selben Umfang wie für altrechtliche Bauten möglich. Ein Abbruch und Wiederaufbau ist jedoch nicht möglich.

Wurde das Wohnhaus nach 1972 erstellt, ist eine Erweiterung nur zulässig, soweit sie für eine zeitgemässe Wohnnutzung unumgänglich ist. Der Einbau einer weiteren Wohneinheit ist somit von vorne herein ausgeschlossen. Auch ein Abbruch und Wiederaufbau ist nicht möglich.

Mit diesen Ausführungen wird klar, dass die Um- und Ausbaumöglichkeiten im Einzelfall geklärt werden müssen. Je mehr bestehender Wohnraum und Gebäudevolumen vorhanden ist, desto einfacher ist die Realisierung von Umbauten.

Pferdestall

Die Umnutzung bestehender Gebäude zur Haltung eigener Pferde oder anderer Tiere ist bis zu einem gewissen Umfang möglich. Künftig können nicht mehr nur ans Wohnhaus angebaute, sondern auch frei stehende ehemalige Ökonomiegebäude von Bewohnerinnen und Bewohnern einer nahe gelegenen Wohnbaute für die hobbymässige Tierhaltung genutzt werden. Die Raumplanungsverordnung (RPV) sowie die Vollzugshilfen und Materialien regeln die Einzelheiten der Voraussetzungen und Grenzen (Übersicht unter: www.are.admin.ch/themen/recht/).

Wegen der komplexen Rechtslage ist zur Abschätzung der Möglichkeiten der Beizug einer Fachperson unbedingt zu empfehlen. Um unnötige Enttäuschungen zu vermeiden, ist es zweckmässig, vor dem Kauf eine Voranfrage bei der Baubewilligungsbehörde betreffend der gewünschten Nutzung zu machen. Damit wird verbindlich festgehalten, was nach dem Kauf realisiert werden könnte.

Myriam Sele, Ing.-Agr. FH, Treuhand und Schätzungen, Schweizerischer Bauernverband, Brugg.

  • Erwerb von Bauernhäusern in der Landwirtschaftszone

Erwerb von Bauernhäusern in der Landwirtschaftszone

12.09.2007

Der Traum vieler: ein Haus auf dem Lande, ringsherum Natur, die Nachbarn hunderte von Metern entfernt, ein Stall voll eigener Pferde. Kann dieser Traum Realität werden? Was muss beim Kauf einer Liegenschaft in der Landwirtschaftszone beachtet werden?

Bei der Beurteilung dieser Fragen müssen insbesondere zwei Bundesgesetze zu Rate gezogen werden: Das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB), das unter anderem den Kauf von Liegenschaften in der Landwirtschaftszone regelt, und das Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG), das die Nutzung derselben regelt. Aktuell werden mit der kleinen Revision des Raumplanungsgesetzes, welche am 1. September 2007 in Kraft gesetzt wird, unter anderem die Bestimmungen über die Erweiterung einiger bestimmter Wohnbauten sowie diejenigen zur hobbymässigen Tierhaltung gelockert. Die Bewilligungspraxis ist jedoch abhängig vom kantonalen Vollzug.

Erwerb

Grundsätzlich kann nur ein Selbstbewirtschafter Liegenschaften in der Landwirtschaftszone erwerben. Als Selbstbewirtschafter gelten nicht nur Landwirte, sondern jede Person, die das Land selber bewirtschaftet. Somit kann auch ein nicht-bäuerlicher Kaufinteressent ein landwirtschaftliches Grundstück erwerben, wenn er seinen Willen und sein Können zur Selbstbewirtschaftung plausibel darlegen kann.

Es gibt aber auch Ausnahmen vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung. Ein Grundstück in der Landwirtschaftszone kann auch erworben werden, wenn:

  • bei einem Verkauf trotz öffentlicher Ausschreibung zu einem nicht übersetzten Preis kein Angebot eines Selbstbewirtschafters vorliegt oder
  • das betreffende Grundstück vom Geltungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts freigestellt ist (Grundstück kleiner als 2'500 m2 oder vom Bodenrecht freigestellt)

Unter bestimmten Voraussetzungen kann also auch ein Nicht-Landwirt Grundeigentum in der Landwirtschaftszone erwerben.

Steht einem Kauf nichts im Weg, bleibt die Frage der möglichen Nutzungen der Liegenschaft. Grundsätzlich gelten in der Landwirtschaftzone sämtliche Nutzungen von Gebäuden als zonenwidrig, welche nicht im Zusammenhang mit einer landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Bewirtschaftung stehen. Die Gesetzgebung sieht Ausnahmen vor, welche jedoch bewilligungspflichtig sind.

Bauliche Möglichkeiten

Wohnhaus: Das Wohnhaus darf zu Wohnzwecken genutzt werden. Mit der Revision des Raumplanungsgesetzes werden die Bestimmungen über die Erweiterung altrechtlicher Bauten innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens gelockert. Damit wird es insbesondere möglich, den an ein solches Wohnhaus angebauten ehemaligen landwirtschaftlichen Ökonomieteil besser zu nutzen. Zusätzliche Wohnungen sind jedoch nur insoweit zulässig, als die Identität der Baute dadurch nicht wesentlich verändert wird. Bei altrechtlichen Wohnbauten ist auch ein Abbruch und Wiederaufbau möglich. Altrechtlich sind insbesondere Wohnbauten aus der Zeit vor 1972.

Wurde das Wohnhaus 1972 noch landwirtschaftlich genutzt, das heisst, es gehörte noch zu einem Landwirtschaftsbetrieb, sind Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens im selben Umfang wie für altrechtliche Bauten möglich. Ein Abbruch und Wiederaufbau ist jedoch nicht möglich.

Wurde das Wohnhaus nach 1972 erstellt, ist eine Erweiterung nur zulässig, soweit sie für eine zeitgemässe Wohnnutzung unumgänglich ist. Der Einbau einer weiteren Wohneinheit ist somit von vorne herein ausgeschlossen. Auch ein Abbruch und Wiederaufbau ist nicht möglich.

Mit diesen Ausführungen wird klar, dass die Um- und Ausbaumöglichkeiten im Einzelfall geklärt werden müssen. Je mehr bestehender Wohnraum und Gebäudevolumen vorhanden ist, desto einfacher ist die Realisierung von Umbauten.

Pferdestall

Die Umnutzung bestehender Gebäude zur Haltung eigener Pferde oder anderer Tiere ist bis zu einem gewissen Umfang möglich. Künftig können nicht mehr nur ans Wohnhaus angebaute, sondern auch frei stehende ehemalige Ökonomiegebäude von Bewohnerinnen und Bewohnern einer nahe gelegenen Wohnbaute für die hobbymässige Tierhaltung genutzt werden. Die Raumplanungsverordnung (RPV) sowie die Vollzugshilfen und Materialien regeln die Einzelheiten der Voraussetzungen und Grenzen (Übersicht unter: www.are.admin.ch/themen/recht/).

Wegen der komplexen Rechtslage ist zur Abschätzung der Möglichkeiten der Beizug einer Fachperson unbedingt zu empfehlen. Um unnötige Enttäuschungen zu vermeiden, ist es zweckmässig, vor dem Kauf eine Voranfrage bei der Baubewilligungsbehörde betreffend der gewünschten Nutzung zu machen. Damit wird verbindlich festgehalten, was nach dem Kauf realisiert werden könnte.

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