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HEV Nidwalden: Wohnraum entsteht nicht durch mehr Regulierung

24.06.2026

Online-Wohnungsindex zeigt angespannten Markt in Nidwalden und der Zentralschweiz

Der aktuelle Online-Wohnungsindex zeigt eine klare Entwicklung. Der Mietwohnungsmarkt bleibt in der Zentralschweiz stark angespannt. Nidwalden liegt mit einer durchschnittlichen Insertionsdauer von 18 Tagen weiterhin deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 24 Tagen.

Schweizweit wurden von April 2025 bis März 2026 rund 393’900 Mietwohnungen ausgeschrieben. Das entspricht einem Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verlängerte sich die durchschnittliche Insertionsdauer leicht auf 24 Tage. Der Bericht spricht damit von einer leichten Marktberuhigung auf nationaler Ebene. Für Nidwalden ergibt sich ein anderes Bild. Die Insertionsdauer stieg zwar von 15 auf 18 Tage. Von einer echten Entspannung kann aber keine Rede sein. Wohnungen werden im Kanton weiterhin rasch absorbiert. Nidwalden bleibt Teil eines angespannten Zentralschweizer Wohnungsmarkts.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt. Die Studie erfasst nur Wohnungen, die überhaupt öffentlich inseriert werden. Aus Rückmeldungen aus dem Markt ist bekannt, dass gerade in angespannten Regionen viele Wohnungen gar nicht mehr auf den grossen Plattformen erscheinen. Sie werden direkt über persönliche Netzwerke, bestehende Mieterkontakte oder Empfehlungen vergeben. Die statistisch sichtbare Nachfrage dürfte die tatsächliche Knappheit deshalb eher unterschätzen.

Der HEV Nidwalden sieht darin ein klares Signal an die Politik. Mehr Wohnraum entsteht nicht durch zusätzliche Auflagen, neue Abgaben oder weitere Einschränkungen für Eigentümer. Entscheidend sind bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, Sanierungen, Ersatzneubauten und massvolle Verdichtung.

«Der Nidwaldner Wohnungsmarkt ist angespannter, als reine Inseratedaten zeigen. Wenn Wohnungen unter der Hand vergeben werden, ist das kein Zeichen von Entspannung. Es ist ein Zeichen von Knappheit. Wer jetzt zusätzliche Regulierungen fordert, verschärft das Problem. Wir brauchen schnellere Verfahren, verlässliche Regeln und mehr Spielraum für private Investitionen», sagt Emanuel Käch, Präsident des HEV Nidwalden.

In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen an Bauprojekte stetig verdichtet. Energieauflagen, Ortsbildschutz, kommunale Reglemente, Einsprachen und mehrstufige Verfahren erhöhen Kosten und Planungsrisiken. Gerade kleinere Eigentümer und private Vermieter geraten dadurch unter Druck.

Der HEV Nidwalden unterstützt eine haushälterische Raumentwicklung. Verdichtung muss aber praxistauglich bleiben. Bestehende Gebäude sollen erneuert, erweitert oder ersetzt werden können. Nur so entsteht zusätzlicher Wohnraum dort, wo Infrastruktur bereits vorhanden ist.

«Eigentümer sind nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Wer Wohnraum schaffen will, muss Investitionen ermöglichen. Jede zusätzliche Hürde verteuert am Ende das Wohnen», hält Emanuel Käch fest.

Der HEV Nidwalden fordert deshalb eine konsequente Überprüfung bestehender Regeln. Neue Vorschriften müssen ihren Wohnraumeffekt nachweisen. Verfahren sollen vereinfacht und beschleunigt werden. Klimaschutz, Ortsbildschutz und Wohnraumschaffung müssen besser austariert werden.

Der aktuelle Online-Wohnungsindex bestätigt: Nidwalden braucht keine Symbolpolitik. Nidwalden braucht eine realistische Wohnbaupolitik, die Eigentum respektiert, Investitionen ermöglicht und zusätzlichen Wohnraum schafft.